Hunderte von Kartons sind gepackt. Jeder Handgriff ein kleiner Abschied, jede beschriftete Schachtel eine Erinnerung. Für die Mitarbeitenden der Plastischen Chirurgie der Diakonie Kliniken Bad Kreuznach ist der Wechsel von der Ringstraße 64 in die Mühlenstraße 39 mehr, als Medizintechnik, Material und Möbel umzuziehen. Hier wurde vor 31 Jahren die erste Hauptfachabteilung für Plastische Chirurgie in Rheinland-Pfalz gegründet. Jetzt beginnt für die etablierte Abteilung ein neues Kapitel: Mit dem Umzug in die renovierten und modern ausgestatteten Räumlichkeiten schafft sie optimale Rahmenbedingungen für ihre Arbeit – und bleibt dabei ganz sie selbst.
„Für unsere Patientinnen und Patienten ändert sich nur die Adresse“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Jens Rothenberger. „Alles andere bleibt. Unser Team, unsere Leistungen, unser Anspruch an Qualität und vor allem an eine den Menschen zugewandte Medizin.“
Die neuen Praxisräume im dritten Obergeschoss bieten mehr Platz, kurze Wege und eine noch angenehmere Atmosphäre für Beratung, Behandlung und Nachsorge. Auch die Station befindet sich in unmittelbarer Nähe. Gerade in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie, in der es oft um sehr persönliche Themen geht, spielt das Umfeld eine wichtige Rolle.
Das breit gefächerte Leistungsspektrum bleibt unverändert und umfasst die vier Säulen der Plastischen Chirurgie: die Rekonstruktive Chirurgie, die Ästhetische Chirurgie, die Verbrennungschirurgie und die Handchirurgie. Auch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Klinikverbundes und der regionalen Netzwerke wird fortgeführt. Dazu gehört auch die Kooperation mit Interplast, dem Verein für plastisch-chirurgische Hilfe in Entwicklungsländern. Jedes Jahr werden Kinder aus aller Welt mit schweren Verletzungen, Tumoren oder Entstellungen in Bad Kreuznach operiert.
„Der Umzug ist mehr als ein Ortswechsel”, betont Manuel Seidel, Geschäftsführer der Diakonie Kliniken Bad Kreuznach. „Er markiert einen Meilenstein – für die Fachabteilung, für die Klinik, für das neue Medizinkonzept und für das Zusammenwachsen zweier Standorte zu einem starken Ganzen.“
Wenn am 4. Mai in der Mühlenstraße der Praxis- und OP-Betrieb aufgenommen wird, ist das gesamte 29-köpfige Team aus Medizin und Pflege geschlossen in die Mühlenstraße umgezogen. „Es war für uns von Anfang an klar. Den Schritt gehen wir gemeinsam. Denn das, was unsere Abteilung in den vergangenen Jahren so stark gemacht hat, sind nicht die Räume. Es sind die Menschen darin“, sagt Pflegerische Leitung Ralf Schneider.
Einige in seinem Team sind seit 25 oder sogar seit 40 Jahren dabei. Jahrzehnte, in denen Kolleginnen zu Freunden wurden, Routine zu Ritualen und ein Standort zur beruflichen Heimat. Dass dieser Umzug nun Freude und Trauer zugleich auslöst, ist mehr als verständlich und auch menschlich. Und doch ist es der Zusammenhalt, der trägt.
„Wir nehmen nicht nur unsere Instrumente, Akten, Verbandsmaterial und Stühle mit. Wir nehmen unseren ganzen Erfahrungsschatz und unseren Teamgeist mit”, sagt Chefarzt Prof. Dr. Jens Rothenberger. „In der Mühlenstraße erwarten uns hervorragende strukturelle Bedingungen. Gleichzeitig freuen wir uns auf die neuen Kolleginnen und Kollegen und darauf, was wir gemeinsam aufbauen werden. Ich bin überzeugt, dass wir die Abteilung hier auf einem sehr guten Fundament weiterentwickeln und unseren Patientinnen und Patienten eine noch bessere Versorgung bieten können.”